Gestern gelernt, heute schon wieder vergessen? Beim Deutschlernen begegnen Ihnen ständig neue Wörter. Manche bleiben sofort im Gedächtnis, andere müssen Sie immer wieder nachschlagen. Besonders ärgerlich ist es, wenn Ihnen ein bekanntes Wort mitten im Gespräch nicht einfällt.
Entscheidend ist deshalb, neue Wörter nicht nur zu erkennen, sondern sie selbst abzurufen und zu verwenden. Mit diesen einfachen Übungen verbinden Sie das Vokabellernen mit Ihrem Alltag in Frankfurt.
Sie müssen nicht jedes unbekannte Wort sofort auswendig lernen. Wählen Sie zunächst Ausdrücke aus, die zu Ihrem Alltag und Ihren Zielen passen.
Steht eine Wohnungsbesichtigung an? Dann sind „Nebenkosten“, „Einzugstermin“ und „möbliert“ hilfreich. Möchten Sie im Beruf sicherer kommunizieren, brauchen Sie vielleicht Formulierungen wie „eine Aufgabe übernehmen“ oder „einen Termin verschieben“.
Unser Tipp: Sammeln Sie nach dem Deutschkurs oder einem Gespräch drei bis fünf Wörter, die Sie bald verwenden möchten. Eine überschaubare Auswahl lässt sich leichter wiederholen als eine lange Liste ohne persönlichen Bezug.
Einzelne Übersetzungen zeigen oft nicht, wie ein Wort im Satz verwendet wird. Lernen Sie deshalb kleine Verbindungen und passende Beispielsätze.
| Neues Wort | Hilfreiche Ergänzung | Persönlicher Beispielsatz |
|---|---|---|
| der Termin | die Termine; einen Termin vereinbaren | Ich vereinbare einen Termin zur Beratung. |
| warten | auf jemanden oder etwas warten | Ich warte auf die U-Bahn. |
| sich interessieren | sich für etwas interessieren | Ich interessiere mich für einen Deutschkurs. |
| zuverlässig | eine zuverlässige Person | Meine Kollegin ist sehr zuverlässig. |
Bei Nomen gehören Artikel und Plural dazu. Bei Verben lohnt es sich, wichtige Präpositionen mitzulernen. So lernen Sie beispielsweise direkt „warten auf“ statt nur „warten“.
Eine Vokabelliste mehrfach zu lesen fühlt sich vertraut an. Ob Sie die Wörter selbst abrufen können, merken Sie jedoch erst ohne die sichtbare Lösung.
Decken Sie die deutsche Seite Ihrer Liste ab und versuchen Sie, das Wort zu nennen. Oder stellen Sie sich eine passende Frage:
„Wie heißt das Geld, das ich monatlich für meine Wohnung bezahle?“
Die Antwort lautet: „die Miete“. Bilden Sie danach einen eigenen Satz: „Die Miete wird am Monatsanfang bezahlt.“
Wichtig: Wenn Ihnen ein Wort nicht einfällt, schauen Sie nach und versuchen Sie es später erneut. Nutzen Sie die schwierigen Wörter als Hinweis darauf, was noch Übung braucht.
Planen Sie kurze Wiederholungen ein, statt alle Wörter nur einmal lange zu üben. Als einfacher Einstieg eignet sich dieser Rhythmus:
Passen Sie die Abstände an: Schwierige Wörter wiederholen Sie häufiger, vertraute seltener. Karteikarten auf Papier oder digitale Karten können Ihnen helfen, den Überblick zu behalten.
Unterwegs finden Sie viele Gelegenheiten, Ihren Wortschatz anzuwenden. Lesen Sie beispielsweise ein Schild an einer Haltestelle, eine Speisekarte oder eine Information im Schaufenster.
Wählen Sie anschließend eine kleine Aufgabe:
Versuchen Sie dabei bewusst, zwei oder drei Ihrer neuen Wörter einzubauen. So verbinden Sie das Gelernte mit einer konkreten Situation.
Auch mit einem großen Wortschatz werden Ihnen manchmal Begriffe fehlen. Üben Sie deshalb, etwas anders auszudrücken.
Wenn Ihnen „Fahrkartenautomat“ nicht einfällt, können Sie sagen:
„Ich suche das Gerät, an dem ich eine Fahrkarte kaufen kann.“
Hilfreiche Satzanfänge sind „Das ist etwas, womit man …“ oder „Ich meine den Ort, an dem …“. Damit können Sie ein Gespräch fortsetzen und anschließend nach dem passenden Wort fragen.
Bringen Sie Ihre persönlichen Wörter und Beispielsätze in Ihren Deutschkurs bei Lingunection Frankfurt mit. Fragen aus echten Alltagssituationen sind gute Anlässe zum gemeinsamen Üben.
Setzen Sie sich ein kleines Ziel für die nächste Woche: Fünf neue Ausdrücke lernen und jeden mindestens einmal selbst verwenden. So wird aus einer Vokabelliste Schritt für Schritt ein Wortschatz, der Ihnen im Gespräch zur Verfügung steht.
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