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Deutsche Grammatik einfach erklärt: Die wichtigsten Grundlagen im Überblick

Der, die oder das? „Ich lerne“ oder „ich habe gelernt“? Und warum steht das Verb manchmal am Satzende? Wer Deutsch lernt, begegnet vielen neuen Regeln. Sie müssen jedoch nicht alles auf einmal beherrschen. 

Diese Übersicht erklärt wichtige Grundlagen mit einfachen Beispielen. Am Ende können Sie Ihr Wissen mit einer kleinen Übung testen.

1. Artikel und Nomen: Wörter gemeinsam lernen

Nomen bezeichnen beispielsweise Menschen, Gegenstände oder Gefühle. Im Deutschen werden sie großgeschrieben und haben ein grammatisches Geschlecht: 

Maskulin: der Tisch 

Feminin: die Tasche 

Neutral: das Fenster 

Die bestimmten Artikel heißen in der Grundform der, die, das. Die unbestimmten Artikel lauten ein, eine, ein: „Eine Tasche liegt hier. Die Tasche gehört mir.“ 

Lerntipp: Lernen Sie neue Nomen gleich mit Artikel und Plural: „das Fenster – die Fenster“. So merken Sie sich die Formen als Einheit. 

Warum verändern sich die Artikel? 

Die Form hängt auch vom Fall ab. Die vier Fälle zeigen, welche Rolle eine Wortgruppe im Satz übernimmt: 

Fall 

Frage 

Beispiel 

Nominativ  Wer oder was?  Der Lehrer erklärt die Aufgabe. 
Akkusativ  Wen oder was?  Ich frage den Lehrer. 
Dativ  Wem?  Ich antworte dem Lehrer. 
Genitiv  Wessen?  Das ist die Tasche des Lehrers. 

Lernen Sie Verben am besten mit einem Beispielsatz: „jemanden fragen“, aber „jemandem antworten“. Auch Präpositionen bestimmen häufig den Fall, etwa mit + Dativ: „mit dem Lehrer“.

2. Pronomen und Verben: Wer macht etwas?

Personalpronomen können Namen oder Nomen ersetzen: „Mara lernt Deutsch. Sie übt jeden Tag.“ 

Das Verb passt sich an die Person an. Diese Veränderung nennt man Konjugation: 

Person 

Beispiel mit „lernen“ 

ich  lerne 
du  lernst 
er / sie / es  lernt 
wir  lernen 
ihr  lernt 
sie / Sie  lernen 

Das großgeschriebene Sie verwenden wir für die höfliche Anrede: „Lernen Sie Deutsch?“ 

Nicht alle Verben folgen regelmäßig diesem Muster. Häufige Formen wie „ich bin“, „du bist“ oder „er hat“ sollten Sie deshalb gezielt üben.

3. Satzbau: Wo steht das Verb?

Im einfachen Aussagesatz steht das konjugierte Verb an zweiter Position: 

Ich besuche heute einen Deutschkurs. 

Heute besuche ich einen Deutschkurs. 

Dabei bedeutet „zweite Position“ nicht unbedingt „zweites Wort“: „Am Montag“ bildet beispielsweise gemeinsam die erste Position. 

Bei einer Ja-Nein-Frage steht das Verb am Anfang: „Besuchen Sie einen Deutschkurs?“ Bei einer Frage mit Fragewort folgt es normalerweise danach: „Wann beginnt der Kurs?“ 

Kommt ein Modalverb hinzu, steht das andere Verb in der Grundform am Ende: „Ich möchte besser Deutsch sprechen.“

4. Zeitformen: Über heute, gestern und morgen sprechen

Im Deutschen gibt es sechs Zeitformen. Für den Einstieg sind besonders Präsens und Perfekt sowie häufige Präteritumformen wie „war“ und „hatte“ hilfreich. 

Zeitform 

Typische Verwendung 

Beispiel 

Präsens  Gegenwart und Gewohnheiten  Ich lerne Deutsch. 
Perfekt  Vergangenheit, häufig im Gespräch  Ich habe Deutsch gelernt. 
Präteritum  Vergangenheit, häufig in Erzählungen  Ich lernte Deutsch. 
Plusquamperfekt  Etwas geschah vor einem anderen Ereignis in der Vergangenheit  Ich hatte gelernt, bevor der Test begann. 
Futur I  Beispielsweise Ankündigungen oder Vermutungen  Ich werde morgen lernen. 
Futur II  Etwas wird zu einem zukünftigen Zeitpunkt abgeschlossen sein  Bis Freitag werde ich alles gelernt haben. 

Das Perfekt bilden Sie mit „haben“ oder „sein“ und dem Partizip II: „Ich habe geübt.“ – „Ich bin gefahren.“ Es ist nicht auf Ereignisse beschränkt, die erst vor Kurzem passiert sind. 

Gut zu wissen: Für die Zukunft reicht oft das Präsens mit einer Zeitangabe: „Morgen lerne ich mit meiner Freundin.“

5. Trennbare und untrennbare Verben

Manche Verben haben einen Bestandteil, der im einfachen Hauptsatz ans Ende wandert: 

anrufen → Ich rufe meine Freundin an. 

Bei untrennbaren Verben bleibt die Vorsilbe dagegen fest mit dem Verb verbunden: 

besuchen → Ich besuche meine Freundin. 

Häufige trennbare Bestandteile sind an-, auf-, ein- und mit-. Vorsilben wie be-, er-, ver- und zer- sind untrennbar. 

Mit einem Modalverb bleibt auch ein trennbares Verb zusammen: „Ich möchte meine Freundin anrufen.“ 

Lerntipp: Merken Sie sich drei Formen gemeinsam: „anrufen – ruft an – hat angerufen“.

6. Nebensätze: Gedanken miteinander verbinden

Mit Nebensätzen können Sie beispielsweise einen Grund, eine Bedingung oder einen Gegensatz ausdrücken. Bei Nebensätzen mit weil, wenn, dass oder obwohl steht das konjugierte Verb normalerweise am Ende: 

Grund: Ich lerne Deutsch, weil ich in Frankfurt arbeite. 

Bedingung: Wenn ich Zeit habe, übe ich. 

Inhalt: Ich hoffe, dass der Kurs bald beginnt. 

Gegensatz: Ich gehe zum Unterricht, obwohl ich müde bin. 

Hauptsatz und Nebensatz werden durch ein Komma getrennt. Steht der Nebensatz zuerst, folgt direkt nach dem Komma das Verb des Hauptsatzes: „Weil ich morgen einen Test habe, lerne ich heute.“ 

Ein Relativsatz beschreibt ein Nomen genauer: „Das ist die Lehrerin, die unseren Kurs leitet.“

7. Einfach formulieren: Verbalstil statt komplizierter Nomen

Im Nominalstil werden viele Nomen verwendet. Er begegnet Ihnen häufig in amtlichen oder wissenschaftlichen Texten. Der Verbalstil beschreibt Handlungen stärker mit Verben und ist im Alltag oft leichter verständlich: 

Nominalstil: Nach der Anmeldung erhalten Sie eine Bestätigung. 

Verbalstil: Nachdem Sie sich angemeldet haben, erhalten Sie eine Bestätigung. 

Beide Varianten sind richtig. Für eigene Texte hilft die Frage: „Kann ich die Handlung mit einem Verb klarer ausdrücken?“ 

Kleine Übung: Probieren Sie es aus 

Ergänzen Sie die passende Form: 

Ich spreche mit ___ Lehrer. 

Heute ___ sie Deutsch. (lernen) 

Gestern habe ich meine Freundin ___. (anrufen) 

Ich bleibe zu Hause, weil ich krank ___. (sein) 

Lösungen: 1. dem · 2. lernt (sie = eine Person) oder lernen (sie = mehrere Personen) · 3. angerufen · 4. bin 

Grammatik Schritt für Schritt anwenden 

Wählen Sie zunächst eine Regel und schreiben Sie drei eigene Sätze dazu. Sprechen Sie diese laut und verändern Sie anschließend die Person oder Zeit. Aus „Ich lerne heute“ wird beispielsweise „Wir lernen heute“ und „Ich habe gestern gelernt“. 

Sie möchten deutsche Grammatik besser verstehen und sicherer anwenden? In unserer Sprachschule in Frankfurt unterstützen wir Sie dabei, Regeln mit praktischen Sprachübungen zu verbinden.