Der, die oder das? „Ich lerne“ oder „ich habe gelernt“? Und warum steht das Verb manchmal am Satzende? Wer Deutsch lernt, begegnet vielen neuen Regeln. Sie müssen jedoch nicht alles auf einmal beherrschen.
Diese Übersicht erklärt wichtige Grundlagen mit einfachen Beispielen. Am Ende können Sie Ihr Wissen mit einer kleinen Übung testen.
Nomen bezeichnen beispielsweise Menschen, Gegenstände oder Gefühle. Im Deutschen werden sie großgeschrieben und haben ein grammatisches Geschlecht:
Maskulin: der Tisch
Feminin: die Tasche
Neutral: das Fenster
Die bestimmten Artikel heißen in der Grundform der, die, das. Die unbestimmten Artikel lauten ein, eine, ein: „Eine Tasche liegt hier. Die Tasche gehört mir.“
Lerntipp: Lernen Sie neue Nomen gleich mit Artikel und Plural: „das Fenster – die Fenster“. So merken Sie sich die Formen als Einheit.
Warum verändern sich die Artikel?
Die Form hängt auch vom Fall ab. Die vier Fälle zeigen, welche Rolle eine Wortgruppe im Satz übernimmt:
Fall |
Frage |
Beispiel |
| Nominativ | Wer oder was? | Der Lehrer erklärt die Aufgabe. |
| Akkusativ | Wen oder was? | Ich frage den Lehrer. |
| Dativ | Wem? | Ich antworte dem Lehrer. |
| Genitiv | Wessen? | Das ist die Tasche des Lehrers. |
Lernen Sie Verben am besten mit einem Beispielsatz: „jemanden fragen“, aber „jemandem antworten“. Auch Präpositionen bestimmen häufig den Fall, etwa mit + Dativ: „mit dem Lehrer“.
Personalpronomen können Namen oder Nomen ersetzen: „Mara lernt Deutsch. Sie übt jeden Tag.“
Das Verb passt sich an die Person an. Diese Veränderung nennt man Konjugation:
Person |
Beispiel mit „lernen“ |
| ich | lerne |
| du | lernst |
| er / sie / es | lernt |
| wir | lernen |
| ihr | lernt |
| sie / Sie | lernen |
Das großgeschriebene Sie verwenden wir für die höfliche Anrede: „Lernen Sie Deutsch?“
Nicht alle Verben folgen regelmäßig diesem Muster. Häufige Formen wie „ich bin“, „du bist“ oder „er hat“ sollten Sie deshalb gezielt üben.
Im einfachen Aussagesatz steht das konjugierte Verb an zweiter Position:
Ich besuche heute einen Deutschkurs.
Heute besuche ich einen Deutschkurs.
Dabei bedeutet „zweite Position“ nicht unbedingt „zweites Wort“: „Am Montag“ bildet beispielsweise gemeinsam die erste Position.
Bei einer Ja-Nein-Frage steht das Verb am Anfang: „Besuchen Sie einen Deutschkurs?“ Bei einer Frage mit Fragewort folgt es normalerweise danach: „Wann beginnt der Kurs?“
Kommt ein Modalverb hinzu, steht das andere Verb in der Grundform am Ende: „Ich möchte besser Deutsch sprechen.“
Im Deutschen gibt es sechs Zeitformen. Für den Einstieg sind besonders Präsens und Perfekt sowie häufige Präteritumformen wie „war“ und „hatte“ hilfreich.
Zeitform |
Typische Verwendung |
Beispiel |
| Präsens | Gegenwart und Gewohnheiten | Ich lerne Deutsch. |
| Perfekt | Vergangenheit, häufig im Gespräch | Ich habe Deutsch gelernt. |
| Präteritum | Vergangenheit, häufig in Erzählungen | Ich lernte Deutsch. |
| Plusquamperfekt | Etwas geschah vor einem anderen Ereignis in der Vergangenheit | Ich hatte gelernt, bevor der Test begann. |
| Futur I | Beispielsweise Ankündigungen oder Vermutungen | Ich werde morgen lernen. |
| Futur II | Etwas wird zu einem zukünftigen Zeitpunkt abgeschlossen sein | Bis Freitag werde ich alles gelernt haben. |
Das Perfekt bilden Sie mit „haben“ oder „sein“ und dem Partizip II: „Ich habe geübt.“ – „Ich bin gefahren.“ Es ist nicht auf Ereignisse beschränkt, die erst vor Kurzem passiert sind.
Gut zu wissen: Für die Zukunft reicht oft das Präsens mit einer Zeitangabe: „Morgen lerne ich mit meiner Freundin.“
Manche Verben haben einen Bestandteil, der im einfachen Hauptsatz ans Ende wandert:
anrufen → Ich rufe meine Freundin an.
Bei untrennbaren Verben bleibt die Vorsilbe dagegen fest mit dem Verb verbunden:
besuchen → Ich besuche meine Freundin.
Häufige trennbare Bestandteile sind an-, auf-, ein- und mit-. Vorsilben wie be-, er-, ver- und zer- sind untrennbar.
Mit einem Modalverb bleibt auch ein trennbares Verb zusammen: „Ich möchte meine Freundin anrufen.“
Lerntipp: Merken Sie sich drei Formen gemeinsam: „anrufen – ruft an – hat angerufen“.
Mit Nebensätzen können Sie beispielsweise einen Grund, eine Bedingung oder einen Gegensatz ausdrücken. Bei Nebensätzen mit weil, wenn, dass oder obwohl steht das konjugierte Verb normalerweise am Ende:
Grund: Ich lerne Deutsch, weil ich in Frankfurt arbeite.
Bedingung: Wenn ich Zeit habe, übe ich.
Inhalt: Ich hoffe, dass der Kurs bald beginnt.
Gegensatz: Ich gehe zum Unterricht, obwohl ich müde bin.
Hauptsatz und Nebensatz werden durch ein Komma getrennt. Steht der Nebensatz zuerst, folgt direkt nach dem Komma das Verb des Hauptsatzes: „Weil ich morgen einen Test habe, lerne ich heute.“
Ein Relativsatz beschreibt ein Nomen genauer: „Das ist die Lehrerin, die unseren Kurs leitet.“
Im Nominalstil werden viele Nomen verwendet. Er begegnet Ihnen häufig in amtlichen oder wissenschaftlichen Texten. Der Verbalstil beschreibt Handlungen stärker mit Verben und ist im Alltag oft leichter verständlich:
Nominalstil: Nach der Anmeldung erhalten Sie eine Bestätigung.
Verbalstil: Nachdem Sie sich angemeldet haben, erhalten Sie eine Bestätigung.
Beide Varianten sind richtig. Für eigene Texte hilft die Frage: „Kann ich die Handlung mit einem Verb klarer ausdrücken?“
Ergänzen Sie die passende Form:
Ich spreche mit ___ Lehrer.
Heute ___ sie Deutsch. (lernen)
Gestern habe ich meine Freundin ___. (anrufen)
Ich bleibe zu Hause, weil ich krank ___. (sein)
Lösungen: 1. dem · 2. lernt (sie = eine Person) oder lernen (sie = mehrere Personen) · 3. angerufen · 4. bin
Wählen Sie zunächst eine Regel und schreiben Sie drei eigene Sätze dazu. Sprechen Sie diese laut und verändern Sie anschließend die Person oder Zeit. Aus „Ich lerne heute“ wird beispielsweise „Wir lernen heute“ und „Ich habe gestern gelernt“.
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